Luftfeuchtigkeit

Luftfeuchtigkeit

Was ist denn die richtige Luftfeuchtigkeit?

Eine gesunde Luftfeuchtigkeit liegt bei einer Raumtemperatur von 20°C bis 23°C zwischen 40 und 60% relativer Feuchte. Dabei sind 40% Luftfeuchtigkeit die unterste Grenze und es kann bereits zu ersten Beschwerden kommen. Klassische Symptome von zu trockener Luft sind kratzen im Hals, trockene Haut, trockene Schleimhäute. 

Zu feuchte Luft erhöht die Gefahr von Schimmelbildung an den Wänden, dies stellt dann schnell eine Gefahr für die Gesundheit dar.

Doch was bedeutet eigentlich 50% relative Luftfeuchtigkeit?

Die Luftfeuchtigkeit gibt an wie viel Wasser sind in der Luft befindet. Es wird dabei meist von zwei Begriffen gesprochen der absoluten Luftfeuchtigkeit und der relativen Luftfeuchtigkeit. Die absolute Luftfeuchtigkeit gibt an wie viel Gramm Wasser sich in einem Kubikmeter Luft befinden. Die relative Luftfeuchtigkeit oder auch kurz Luftfeuchte gibt an wie viel Prozent der maximalen Luftfeuchte sich in der Luft befindet.

Doch was ist die maximale Luftfeuchte? Dies ist stark abhängig von der Temperatur. Je wärmer die Luft desto mehr Wasser kann die Luft aufnehmen je kälter desto weniger. Bei einer Temperatur von 0°C ist die maximale Menge Wasserdampf in der Luft gerade einmal bei 5 Gramm. Bei einer Temperatur von 30°C kann die Luft schon 30 Gramm Wasser pro Kubikmeter aufnehmen. 

Dies erklärt auch wieso es im Winter so schwer ist eine ausreichende Luftfeuchte in den Räumen zu bekommen. Beim Lüften und tritt kalte Luft ein die nur wenig Wasserdampf beinhaltet. Wird diese Luft nun erwärmt sinkt die relative Feuchte stark ab da ja bei 0°C Außentemperatur nur 5 Gramm Wasserdampf enthalten sind. Im Umkehrschluss kann über diese Methode natürlich auch eine zu hohe Luftfeuchte effektiv verringert werden.

Im Winter empfiehlt es sich die Räume nicht über 22 °C zu heizen. Lieber einen warmen Pullover anziehen und vielleicht nur 20 °C Raumtemperatur. Sie schonen damit Ihren Geldbeutel indem Sie Heizkosten sparen und es ist einfach die Räume in einer idealen Luftfeuchte zu halten.

Im Sommer sind oft Klimaanlagen die Ursache für trockene Luft da diese die Luft entfeuchten. Der Grund hierfür ist der gleiche wie auch im Winter daher verfügen Klimaanlagen auch über einen Kondensatablauf der das anfallende Wasser ableitet. Deutlich wird das ganze wenn wir einen Raum als Schwühl bezeichnen kaum läuft die Klimaanlage wird es plötzlich ganz angenehm und das nicht nur wegen der kühleren Temperatur sondern auch wegen der reduzierten Luftfeuchtigkeit. Bei Klimaanlagen sollte grundsätzlich nicht übertrieben werden mit der Innentemperatur. 24 °C im Sommer in Innenräumen oder 6 Kelvin unter der Aussentemperatur sind im Büro oder Zuhause völlig ausreichend.

Gesundheitliche Folgen von zu trockener Luft:

Wie bereits eingangs erwähnt schadet zu trockene Luft der Gesundheit. Der Körper kann dann den Flüssigkeitsverlust nur bedingt ausgleichen. Dies führt dazu das unsere Schleimhäute austrocknen und wir anfälliger für Viren und Bakterien werden. Ein allgemeines Unbehagen stellt sich ein. Auch die Augen leiden darunter, jeder hatte vermutlich schon mal trockene und gereizte Augen. Dies bereitet vor allem Trägern von Kontaktlinsen Probleme. Ausgetrocknete Schleimhäute führen schnell zu Halsschmerzen und einer laufenden Nase. Oft klingen die Symptome erst im Führjahr wieder ab. Allerdings wird hier viel zu selten der Zusammenhang mit zu trockener Luft gesehen. Meist werden nur die Symptome therapiert ohne das Raumklima genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bei trockener Luft bildet sich leichter eine elektrostatische Ladung. Dies führt immer wieder zu kleinen Stromschlägen. Ab ca. 55% relative Luftfeuchtigkeit kann die elektro statische Ladung über die Leitfähigkeit der Luft abgeleitet werden. Dies wird auch in der Industrie genutzt, um bei Prozessen bei denen Materialen an einander Reiben und Ladung aufbauen können, Schäden durch elektro statische Ladung zu verhindern. Hier wird die Luft befeuchtet um konstant über 55% relative Feuchte zu bleiben.

Staub in der Luft

Ein weiteres Problem bei zu trockener Luft stellt Staub in der Luft dar, bei einer hohen Luftfeuchtigkeit wird dieser in der Luft besser gebunden. Vorallem Allergiker leiden darunter stark, die durch die trockene Luft gereizten Atemwege und Schleimhäute werden zusätzlich belastet.

Folgen zu hoher Luftfeuchtigkeit:

Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit ist ebenfalls schädlich. Bei einer dauerhaften Luftfeuchte von über 60% entsteht die Gefahr der Schimmelbildung, vor allem in Verbindung mit kalten Aussenwänden. Bei über 70% ist der Schimmel fast schon unausweichlich. Die Sporen in der Luft werden über die Atmung aufgenommen und Erkrankungen wie Asthma oder Allergien können die Folge sein.

Wie misst man die Luftfeuchtigkeit:

Mit einem Hygrometer können Sie die Luftfeuchtigkeit überwachen, digitale Hygrometer sind hier in der Bedienung einfacher. Analoge Hygrometer sind meist Haar Hygrometer, diese müssen regelmäßig überprüft und nachjustiert werden. Die meisten digital Hygrometer zeigen neben der Feuchte auch die Temperatur an. Hier habe ich einige Hygrometer genauer unter die Lupe genommen: zum Vergleichstest

 

Begriffserklärung:

Absolute Luftfeuchte

Die absolute Luftfeuchtigkeit ist die Masse an Wasserdampf in einem bestimmten Luftvolumen. Überlicherweise wird dies in Gramm Wasser pro Kubikmeter Luft angeben (g/m³).

Relative Luftfeuchte

Die relative Luftfeuchtigkeit gibt an wie die Luft mit Wasserdampf gesättigt ist. Dies bedeutet zum Beispiel das bei 50% rH die Luft halb so viel Wasserdampf enthält wie bei dieser Temperatur möglich wäre. Die realtive Luftfeuchtigkeit wird in Prozent angegeben. Das Formelzeichen hierfür ist rH.

Hygrometer

Messgerät zur Messung der relativen Luftfeuchte in % rH