Heizungsmythen - wie kann Energie beim Heizen gespart werden

Heizungsmythen - wie kann Energie beim Heizen gespart werden

Heute will ich hier mal mit Heizungsmyten aufräumen. Viele Fehlinformation schaden mehr als das sie helfen oder lassen euch verzweifeln wenn die Handlung nicht zum gewünschten Effekt führt. Daher gibt's heute meine Top 5 Heizungsmyten im Quickcheck.

1. Die Heizung heizt auf Stufe 5 schneller als auf Stufe 3

Heimeier Thermostatkopf Einstellung Temperatur

Leider falsch! Bei einem Thermostatkopf handelt es sich wie der Name schon sagt um einen Thermostat er regelt also die Ventilöffnung anhand der Raumtemperatur. Jede Zahl auf dem Thermostatkopf entspricht einer gewünschten Soll Raumtemperatur. Im Beispiel aus dem Bild wird bei Stufe 3 eine Raumtemperatur von 20°C eingestellt. Das bedeutet das der Thermostat bis zum erreichen der Raumtemperatur das Ventil so lange öffnet, bis diese erreicht ist. Danach regelt der Thermostatkopf den Druchfluss soweit das die Raumtemperatur gehalten wird. Wenn das Ziel also 20°C Raumtemperatur sind werden diese auf Stufe 3 genauso schnell erreicht wie auf Stufe 5. Allerdings würde der Heizkörper auf Stufe 5 einfach weiterheizen bis 28°C Raumtemperatur erreicht sind.

Bildquelle

2. Wir sollten mal wieder Lüften hier drin ist die Luft so trocken von der Heizung

Auch hier muss ich leider ein klares Veto einlegen. In der Heizphase also in den Wintermonaten hat es draussen oft Temperaturen unter 0°C. Je nach Lufttemperatur kann die Luft eine unterschiedliche Menge Wasserdampf aufnehmen. Je kälter die Luft desto weniger Wasserdampf ist darin enthalten. Je wärmer desto mehr. Bei einer Temperatur von 0°C ist die maximale Menge Wasserdampf in der Luft gerade einmal bei 5 Gramm. Bei einer Temperatur von 30°C kann die Luft schon 30 Gramm Wasser pro Kubikmeter aufnehmen. Hier könnt Ihr mehr zum Thema lesen. Das bedeutet im Winter wird durch da Lüften sehr sehr trockene Luft von draußen beigemischt. Dadurch sinkt die relative Luftfeuchtigkeit im Raum weiter ab, die Luft wird also noch trockener anstatt feuchter. 5 Tricks für eine bessere Luft

3. Ich habe den ganzen Tag das Fenster gekippt aber trotzdem Schimmel

Der wohl häufigste Lüftungs Fehler ist das gekippte Fenster. Bei einem gekippten Fenster findet nur ein sehr geringer Luftaustausch statt. Dabei kühlt der Fenster nahe Bereich aber sehr stark ab. Das führt dazu das der Taupunkt z.B. an der Wand unterschritten wird und die feuchte Raumluft auf der Wand kondensiert. Die Folge Schimmel! Bei einem für kurze Zeit (etwa 5-10min) weit geöffneten Fenster kühlt das Bauwerk kaum aus und ein sehr viel größerer Luftaustausch findet statt. Daher sollte zum Lüften das Fenster immer weit geöffnet werden.

4. Meine Fussbodenheizung funktioniert nicht richtig, ich merke gar nicht das der Boden warm ist.

Hier kann ich Sie beruhigen, mit Ihrer Fussbodenheizung ist alles in Ordnung. Besser noch, diese wurde wahrscheinlich sogar korrekt berechnet! Zur Berechnung der Fussbodenheizung wird zunächst die sogenannte Heizlast gerechnet also wie viel Heizleistung benötigt wird um den Raum am kältesten Tag des Jahres aufzuheizen. Hier spielen Faktoren wie die Beschaffenheit der Gebäudehülle (Wände, Fenster, Türen und Dach), die Raumtemperatur und die Außentemperatur eine Rolle. Bei uns in der Nähe von Memmingen wird mit -16°C Außentemperatur zur Auslegung gerechnet. Die maximale Oberflächentemperatur von Fussbodenheizungen wird bei Bädern auf 31°C ausgelegt und bei allen übrigen Räume auf maximal 29 °C. Ein zu heißer Fußboden kann zu Problemen wie Krampfadern führen. Die 29°C erreicht der Boden auch nur wenn wir die Außentemperaturen sehr kalt sind. Wenn wir mit der Hand eine 29 °C warme Fläche berühren dann kommt uns dies jetzt nicht besonders warm vor, eher neutral, schließlich ist unsere Hand meist wärmer.

5. Um Energie zu sparen heize ich nur wenn ich daheim bin!

Auch das ist leider oft die falsche Entscheidung um Energie zu sparen. Wenn das Gebäude zu stark auskühlt dann wird sehr viel Energie benötigt um es wieder aufzuheizen. Daher sollten die Räume auf maximal 15°C abgesenkt werden. Da ansonsten der Energie Aufwand um das ausgekühlte Gebäude wieder aufzuheizen größer ist als die Energie die benötigt wird um die Räume auf Ihrer Temperatur zu halten. Das gilt übrigens auch für den Urlaubs Fall wenn das Haus zum Beispiel zwei Wochen leer steht. Ausserdem sinkt bei einem beheizten Gebäude die Gefahr von Schimmelbildung. Kalt Luft kann weniger Feuchtigkeit aufnehmen, die Luft kondensiert dann an den abgekühlten Wänden und Schimmel würde begünstigt werden. Da ich tagsüber beim Arbeiten bin, senke ich die Raumtemperatur in dieser Zeit auf 15°C ab. Um hier mehr Komfort bei der Nutzung zu haben verwende ich einen elektrischen Heizkörperthermostat, 1 Stunde bevor ich wieder heimkomme beginnt wieder der Aufheiz Vorgang. Hierfür verwende ich den Heizkörper Thermostat Typ N ohne Bluetooth von Eqiva und bin sehr zufrieden damit. Hier habe ich den Eqiva Heizkörperthermostat Model N getestet:Test Eqiva elektrischer Heizkörperthermostat Model N

Tipps zum Energiesparen beim Heizen im Winter

  • Den Heizkörper nicht zubauen oder abdecken. Wenn ein großes Sofa direkt vor dem Heizkörper steht kann dieser den Raum nicht mehr ideal erwärmen und es wird Energie verschwendet.
  • Hydraulischer Abgleich der Anlage. Lassen Sie sich von Ihrem Heizungsanalgen Bauer beraten, der hydraulsiche Abgleich wird sogar gefördert und sorgt dafür das durch eine korrekte Durchströmung alle Heizkörper die ideale Leistung liefern.
  • der hydraulische Abgleich von Heizkörpern spart Geld
  • Alte Umwälzpumpen rausschmeißen und gegen hoch effizienz Pumpen ersetzten. Dies kostet je nach Pumpengröße inkl Montage circa 250 - 350 Euro. Die Kosten rechnen sich in den meisten Fällen nach spätestens 2 Jahren, da moderne Pumpen sehr viel weniger Strom benötigen wie alte Heizungsumwälzpumpen. Ausserdem wird dies aktuell (Stand 2019) sogar gefördert.